Was war im April los?
Nach langem Überlegen und vielen Vorbereitungen habe ich endlich eine Tagesreise für die Kinder organisiert, und die Destination war meine Heimatstadt Hamburg. Hamburg bot eine Vielzahl von Erlebnissen, die speziell für Vorschulkinder geeignet waren, darunter die Schifffahrt auf der Elbe, die Alster, Parks und Museen wie das Schifffahrts- und Völkermuseum. Der Hauptfokus lag auf dem Hafen, um den Kindern das Leben am Wasser näherzubringen. Die sechsjährige Ana begleitete uns in Hamburg. Sie war unsere Reiseführerin, erklärten den Berliner Kindern ihre Stadt und teilten ihre Lieblingsorte und kulinarischen Besonderheiten.
Warum ohne Eltern verreisen?
Reisen ohne Eltern vermittelt Kindern wertvolle Lebenskompetenzen und kann sie auf vielfältige Weise persönlich wachsen lassen. Auf Reisen ohne ihre Eltern können Kinder wertvolle Lebenskompetenzen entwickeln: Sie lernen Unabhängigkeit, Selbstvertrauen, Anpassungsfähigkeit, soziale Fertigkeiten und Selbstständigkeit. Diese Erfahrungen stärken ihr Selbstbewusstsein und fördern ihre Fähigkeit, sich in neuen Situationen zurechtzufinden und mit anderen zu interagieren.
Hamburg im April
Die Planung erwies sich wie erwartet als sehr chaotisch. Viele Kinder waren in den Ferien verreist, sei es um Opa und Oma zu besuchen, mit den Eltern wegzufahren oder einfach mal zu Hause zu bleiben und die Kita auszulassen. Zwei Kinder erkrankten an Corona, ein Kind musste eine Beinschiene tragen, und andere wollten einfach nicht mitkommen. Obwohl viele Kinder von der Idee einer Reise nach Hamburg begeistert waren, hatten weder Eltern noch Kinder eine klare Vorstellung davon, wie diese Reise aussehen sollte. Ich bin sicher, dass alle Kinder gerne mitgekommen wären, aber einige Eltern hatten Bedenken, ihr Kind "so weit weg" zu schicken - typisch für manche Eltern. Da die Kapazitäten schnell erschöpft waren, konnten nach den Zusagen sogar einige Kinder nicht mitfahren. Das tat mir leid, aber es ist wichtig, kleine Gruppen zusammenzustellen.
Erste Reise ohne Eltern
Ich hatte nicht zu viel versprochen, als ich sagte, dass die Kinder Hamburg lieben würden. Zunächst war die Aufregung noch nicht spürbar, aber die Frage "Wann sind wir da?" beschäftigte die Kinder nicht lange. Wir machten es uns in guter KidsKultur-Tradition mit unserer "D'amico Decke" und unseren mitgebrachten Büchern und Sketchbooks in einem Fahrradabteil gemütlich. So verging die Zeit wie im Flug! Die Kinder haben die ersten Stationen ungeduldig, aber mit viel leckerem Essen, hinter sich gebracht: Alster Spaziergang, Hamburger Börse, eine Pause in einem Coffeeshop und dann zu Fuß weiter bis zum Hafen! Dort haben wir erstmal in einem privaten Liegeplatz direkt am Kaispeicher mit Blick auf die Elbphilharmonie eine anständige Pause gemacht - und uns gesonnt! Man gönnt sich ja sonst nichts.
Selbstbestimmung
Ursprünglich wollten wir das Museumsschiff besuchen, aber die Kinder stellten fest: "Rickmers Rickmers steht ja nur rum! Wir wollen lieber fahren". Was die Kinder gemeinsam entscheiden, wird gemacht! Also wurde es eine Fähr Tour zum Alten Land. Fast zwei Stunden auf dem Wasser... spielen, lachen, rennen, toben und schlafen!
Warum liebe ich dich?
Auf der Fähre haben wir dann im Kreis die Briefe der Eltern einzeln vorgelesen, die sie den Kindern mitgegeben hatten. In den Briefen sollten die Eltern genau erklären, warum sie ihr Kind lieben. Diese Geste sollte allen Kindern, die ihre Eltern zum ersten Mal nicht auf einer Reise dabei hatten, helfen, ihr Heimweh zu verarbeiten.
Diesen Moment werde ich niemals im Leben vergessen, und ich hoffe, die Kinder auch nicht. Sie haben glücklich zugehört, wie jedes einzelne Kind geliebt wird, und eines der Kinder hatte sogar Tränen in den Augen. Einen besseren Abschluss für unsere Fahrt kann ich mir nicht vorstellen.
Die Kinder haben an historischen Orten gemalt, gebastelt, getanzt, getobt, gelacht, Dinge verloren und sogar wiedergefunden. Sie haben, wie sie es sich gewünscht haben, am Steindamm 5-Sterne Pommes gegessen! Danke an alle Erwachsenen, die uns dabei beobachtet, begleitet, angesprochen, unterstützt und mit uns gelernt haben.
Fotografie: Sofern nicht anders vermerkt stammen alle Fotografien von Firouz Mostovfi. Keine der Abbildungen darf ohne Genehmigung reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.