Rückblick September 2023

September 2023

James Turrell Kapelle auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof

Was war im September los?

In unserem ersten Treffen zum Auftakt sahen sich die KulturKids wieder, lernten neue Kinder kennen und erzählten von ihren Sommererlebnissen. Sie berichteten von der Einschulung, von neuen Freunden oder lauschten einfach gespannt. Zusätzlich nutzte ich die Gelegenheit, die Ideen der Kinder für die neue Saison zu erkunden.

Dafür bot sich kein besserer Ort als die unscheinbare Friedhofskapelle, in der seit 2016 eine kleine Sensation verborgen lag. Dank einer großzügigen privaten Spende eines Berliner Bürgers konnte eine Kunstinstallation des US-amerikanischen Licht-Künstlers James Turrell realisiert werden. Viel Licht, Raum, Stille und Platz für die Kinder, um sich kennenzulernen. Wir hatten die Kapelle ganz für uns allein!

James Turrell 

James Turrell ist ein renommierter US-amerikanischer Künstler, der für seine Lichtinstallationen und seine Arbeit mit Licht und Raum bekannt ist. Geboren am 6. Mai 1943, begann Turrell seine künstlerische Karriere in den 1960er Jahren. Sein Werk umfasst eine Vielzahl von Medien, darunter Malerei, Skulptur und vor allem Lichtinstallationen.

Turrell ist besonders für seine "Skyspace"-Installationen bekannt, die Räume mit speziell gestalteten Öffnungen zur Himmelsbeobachtung kombinieren, um das natürliche Licht einzufangen und zu manipulieren. Durch den gezielten Einsatz von Licht und Farbe schafft Turrell immersive Erfahrungen, die den Betrachter dazu einladen, die Wahrnehmung von Raum und Zeit neu zu erforschen.

Seine Werke wurden weltweit in renommierten Museen und Galerien ausgestellt, darunter das Guggenheim Museum in New York, das Los Angeles County Museum of Art und die National Gallery of Australia. Turrells Arbeit hat einen tiefgreifenden Einfluss auf die zeitgenössische Kunstszene und seine Lichtinstallationen werden oft als transzendent und meditativ beschrieben.

Die Kapelle wirkt Wunder

Die Stille vor Ort half uns zunächst nach der Ankunft zu entspannen. Sie bot den Kindern die Möglichkeit, sich zu beruhigen und ihre Emotionen zu regulieren. Dies half ihnen, Stress abzubauen und ihre Aufmerksamkeit auf Details zu lenken, sich besser auf die Umwelt und die anderen Kinder zu konzentrieren. Solche Momente erlaubten es den Kindern, ihre Eindrücke zu verarbeiten, zu reflektieren und zu verstehen. Die ruhige Atmosphäre ermutigte sie, ihre eigenen Gedanken und Ideen zu entwickeln, was ihre Kreativität und Fantasie fördern konnte, wenn sie Raum hatten, um in ihren eigenen Gedanken zu verweilen. Hier hatten wir Zeit und Raum, um über ihre eigenen Gefühle, Gedanken und Erfahrungen nachzudenken, was zu einem besseren Selbstverständnis führen konnte. In der Kapelle lernten die Kinder, aufmerksame Zuhörer zu sein, was ihre sozialen Fähigkeiten und ihre Empathie fördern konnte. Wir entdeckten gemeinsam die Grenzen der Geduld, was besonders wichtig war, da wir später draußen wieder aktiv werden würden! Die Kinder konnten sich dort auch mit ihren Sketchbooks beschäftigen, ohne abgelenkt zu sein. Dabei versetzte die Lichtinstallation den Raum in unterschiedliche Stimmungen. Die Erfahrung einer Lichtinstallation von James Turrell war oft tiefgreifend, meditativ und manchmal sogar transzendental, da seine Werke die Grenzen zwischen Licht, Raum und Wahrnehmung verwischten. Das war eine ganz neue Erfahrung für die Kinder - wieder ein erstes Mal für viele KulturKids! Währenddessen nutzte ich wie immer die Chance, die Themen der Kinder zu notieren, Fragen zu stellen und neue Themen für das Jahr 2024 zu sammeln.

Fotografie: Sofern nicht anders vermerkt stammen alle Fotografien von Firouz Mostovfi. Keine der Abbildungen darf ohne Genehmigung reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.